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Religion und Gesellschaft

„Verständnis, Toleranz und aufeinander zugehen sind unabdingbar“

"Gesellschaft und Religion“ Thema beim „Trialog der Kulturen“ an der BBS II
 
Am Donnerstag, 15. Dezember, stand beim Schulenwettbewerb „Trialog der Kulturen“ der Herbert-Quandt-Stiftung an der BBS II das Thema „Gesellschaft und Religion“ im Mittelpunkt. In fünf Arbeitsgruppen hinterfragten Schülerinnen und Schülern des beruflichen Gymnasiums mit Experten aus Christentum, Judentum und Islam Grundprinzipien des Glaubens der jeweiligen Religion. Ein reger Meinungsaustausch erfolgte bei der sich anschließenden Podiumsdiskussion unter der Leitung des protestantischen Pfarrers Klaus Michael Wilhelm. Als Gesprächspartner aus den Arbeitskreisen standen zur Verfügung: Pfarrer Dr. Stefan Meissner, Vorsitzender des Arbeitskreises Kirche und Judentum, Minfeld; Dr. Barbara Huber-Rudolf, Referat Interreligiöser Dialog mit Muslimen, Bistum Mainz; Dr. Ömer Sanatci, Arzt am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern; Daniel Nemirovsky, Geschäftsführer der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz, Neustadt. Im folgenden Beitrag hat Pfarrer Klaus Wilhelm Grundgedanken der Podiumsdiskussion zusammengetragen.
 

Theologisch

Der reformierte Theologe Karl Barth, einer der herausragenden protestantischen Denker des 20. Jahrhunderts, verfasste 1946 seine Schrift „Christengemeinde und Brüdergemeinde“. Auf dem Hintergrund des NS-Regimes grenzte Barth bewusst Kirche und Staat nicht voneinander ab, sondern er wollte durch den gemeinsamen Begriff „Gemeinde“ auf die positiven Beziehungen zwischen den in beiden Gemeinschaften (Kirche und Staat) lebenden Menschen, die mehrheitlich sogar deckungsgleich sind, hinweisen. Totalitäre politische Systeme haben immer die Tendenz, Kirche und Staat voneinander zu „trennen“, ob das in unserer jüngsten Vergangenheit der Faschismus oder der DDR Kommunismus war. Barth war 1946 auf dem Hintergrund der NS-Katastrophe daran gelegen, die positiven Beziehungen zwischen den beiden sich ergänzenden „Gemeinden“ zu betonen.
 
 
 

Praktisch

So war es nur konsequent in der neuen Demokratie der Bundesrepublik das „Subsidiaritätsprinzip“ (d.h. Eigenverantwortung steht vor staatlichem Handeln) als rechtliches und politisches Ordnungsprinzip in Kirche und Staat zu installieren. Gesellschaft und Religion, Staat und Kirche, sind gewissens- und glaubensmäßig getrennt, ergänzen sich aber dort, wo eigenständiges und verantwortliches Handeln der „Christengemeinde“ staatliches Handeln nachrangig werden lassen kann. Die praktische Trennung von Kirche und Staat, von Gesellschaft und Religion, ist deswegen nach wie vor gegeben, übersieht dabei aber nicht, dass unsere Kultur und unsere Rechtsordnung auf christlicher Tradition beruhen und eine gegenseitige Ergänzung, sofern sie von staatlicher Seite gewünscht ist, einen Vorteil für Alle mit sich bringt.
 

Islam gehört zu Deutschland

Spätestens seit der Rede des Bundespräsidenten am 03. Oktober 2010 geistert das oben genannte Schlagwort als Wulff-Zitat durch die Medien. Vergessen wird dabei aber, dass der Bundespräsident ausdrücklich betonte, dass - wie das Christentum und das Judentum - der Islam inzwischen auch zu Deutschland gehöre. Und: „Wer unser Land und seine Werte verachtet, muss mit entschlossener Gegenwehr rechnen.“ (Wulff, Rede). Dass dies alle Gegner unserer Kultur und unseres Rechtssystems trifft, versteht sich von selbst. Ebenso, dass 2000 Jahre Christentum und über 1000 Jahre Judentum in Europa mehr Spuren und Prägungen hinterlassen haben als einige Jahrzehnte Islam. Von daher ist, wenn wir heute über Gesellschaft und Religion reden, immer der der eigentliche Ursprung gesellschaftlicher Prägung zu sehen ohne neuere Einflüsse zu übersehen.
 

Votum der Podiumsteilnehmer

In diesem Sinne war auch das Votum von Daniel Nemirovsky, Geschäftsführer der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz, zu verstehen. Er wies unter Zustimmung der anderen Teilnehmer auf die Intention der Schöpfungsgeschichte hin: Gott schuf Pflanzen, Tiere und Menschen in einer wahren Vielfalt, so dass es letztendlich mehr als logisch sei, dass Menschen aus verschiedenen Gegenden und damit Erfahrungswelten ihre verschiedenen religiösen Vorstellungen, um die Welt und den Sinn und das Ziel des Lebens zu erklären, formuliert hätten. Diese Pluralität der Glaubensvorstellungen dürfte nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Vielmehr sollten sie sich gegenseitig ergänzen, um so das Miteinander von „Bürgergemeinde und Christengemeinde“ (Karl Barth) zu bestärken. So können Gesellschaft und Religion miteinander in einer „win-win“-Situation gemeinsam arbeiten und leben. Dass dazu Verständnis, Toleranz und das aufeinander zugehen unabdingbar sind, versteht sich von selbst.