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Gesellschaft und Integration

3. Projekttag am 25. Januar 2012
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  • Über die Staatsgrenzen hinweg   
     
    Hüseyin Kocak und Arthur Haruthyunyan informieren an der BBS II

„Wir haben gemeinsame Ziele: Wir wollen uns gemeinsam für Deutschland einsetzen und der Freiheit eine Chance geben.“ Hüseyin Kocak und Arthur Harutyunyan traten gestern vor Schülerinnen und Schülern des beruflichen Gymnasiums an der Berufsbildenden Schule II Wirtschaft und Verwaltung als gute Freunde auf. Kocak, Integrationsbeauftragter des Landkreises Kaiserslautern , und Harutyunyan, Vorsitzender des Beirates für Migration und Integration der Stadt Kaiserslautern, informierten im Rahmen des Projekts „Trialog der Kulturen“ der Herbert-Quandt-Stiftung über die politische Beteiligung ausländischer Mitbürger in Kaiserslautern.

Das Besondere an ihrem Besuch:  Wozu sie sich in ihrer jeweiligen Funktion engagieren, Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion zu einander zu führen und ihnen Wege aufzuzeigen, sich politisch zu beteiligen, haben sie bislang selbst vorgelebt.

Kocak, gelernter Industriemechaniker, ist türkischer Abstammung. Seine Eltern stammen aus Ankara. Er selbst ist in Deutschland geboren, hat die Schule in Hessen und eine Privatschule in Ankara besucht. Heute arbeitet er bei Opel. Harutyunyan, Diplom-Mathematiker an der Technischen Universität Kaiserslautern,  ist in Armenien geboren und lebt mit seiner Familie seit 12 Jahren in Kaiserslautern.

„Der Konflikt zwischen Türken und Armeniern nutzt niemandem“, betonen die beiden mit Blick auf die Völkermorddebatte zwischen der Türkei und Armeniern.  Was im April 1915 geschah sei Fakt, verweisen sie auf über 1,5 Millionen Armenier, die von Osmanen aus Anatolien vertrieben und ermordet wurden. Auch wenn nach türkischer Darstellung  von 300.000 Menschen die Rede sei, die in den Wirren des Ersten Weltkriegs ums Leben gekommen seien, in vielen europäischen Ländern werde das Geschehen als Genozid anerkannt.

Gesetze, die die Leugnung des Völkermordes unter Strafe stellen, seien sehr gut, meint Kocak. „Wenn es die Gesetze nicht gebe, würde sich die Geschichte wiederholen.“ Er habe sich immer gewundert, warum es in der Türkei mehr Gräber von Armeniern als lebende Armenier gebe, verurteilt er die Tat als Kriegsverbrechen. In der Türkei lebten heute 70.000 Armenier. Die Vergangenheit Deutschlands habe auch düstere Kapitel, erinnerte Kocak an die Zeit des Nationalsozialismus. „ Aber Deutschland hat aus seiner Vergangenheit gelernt.“

Harutyunyan und Kocak verstehen sich. Kocak: „Wir sind sehr gute Freunde und arbeiten gut zusammen. Wir sprechen über alles, ohne Themen zu tabuisieren.“  Wichtig für Harutyunyan, dass Menschen mit Migrationshintergrund Teile ihrer Kultur bewahren. „Es ist ein Reichtum für Deutsche und Migranten.“

Die Jugendlichen ermutigten sie, „global zu denken und lokal zu handeln“. Politisch zu partizipieren bedeute für Schüler, sich aktiv an der Gestaltung des Schullebens einzubringen. Letztlich gehe es darum, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und die Menschenrechte zu bewahren, damit Deutschland weiterhin ein demokratisches Land bleibe, betonten Kocak und Harutyunyan.  (jsw)