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Besuch in Kaiserslautern

Er ist ein sympathischer Botschafter seines Landes. Wenn Abbé Alphonse Twizerimana von seiner Schule erzählt, ist es in den Klassensälen der BBS II Wirtschaft und Verwaltung muckmäuschenstill. Für drei Tage ist er zu Gast an seiner Partnerschule in Kaiserslautern. „It‘s beautiful!“ Begegnungen und Eindrücke aus einer für ihn fremden Welt wollen verarbeitet werden.

Das Leben im Internat „St. Jerome“ auf den Hügeln im Norden Ruandas hat seine eigenen Regeln. Der Tag für die 751 Schüler beginnt um fünf und endet um 21.30 Uhr. Lernen, Sport, Reinigungsarbeiten gehören zum Pensum, Kartoffeln, Nudeln, Bohnen, Mais und Reis zu den Nahrungsmitteln. Fleisch gibt es einmal im Trimester. Der 39-jährige katholische Priester ist stolz auf seine Schüler. „Sie gehören zu den Besten des Landes.“

Ein Päckchen mit liturgischen Gewändern von Anna aus Paderborn traf vor dem Gast aus Ruanda in Kaiserslautern ein. Der Sonntagsgottesdienst, den er auf seinen Wunsch mit Pfarrer Friedrich Schmit in der Kirche St. Teresia feierte, wird ihm unvergessen bleiben. Ebenso der Überraschungsbesuch einer Lehrerin aus Italien, die am Sonntag in Frankfurt landete, um mit dem Leiter ihrer Partnerschule ein Interview zu führen. Wenn Alphonse Twizerimana am Donnerstag die Heimreise antritt, wird er erzählen können: vom deutschen Schulsystem, von Begegnungen mit Vertretern der Stadt, mit ruandischen Partnerschaften auf Pfarreiebene und ruandischen Studenten an der TU. (jsw)
 

Besuch aus Ruanda - Reisetagebuch

Abbé Alphonse Twizerimana, der Schulleiter der Partnerschule der BBS II in Janja / Ruanda und katholischer Priester, war von Samstag, 10., bis Mittwoch, 14. September, zu Gast in Kaiserslautern. Twizerimana gehörte einer Delegation von acht Schulleitern aus Ruanda an, die sich auf Einladung der Mainzer Landesregierung seit dem 6. September in Rheinland-Pfalz aufhielt. Am Donnerstag, 15. September startete die Delegation von Frankfurt aus wieder nach Ruanda. Bei den Unternehmungen in und um Kaiserslautern wurde Alphonse von Günter Frey, Thomas Lang und Joachim Schwitalla begleitet.

Samstag, 10. September: Von der BUGA nach Kaiserslautern

Abbé Alphonse Twizerimana wird am späten Nachmittag auf der Bundesgartenschau in Koblenz abgeholt. Dort nahm er am „Ruanda-Tag 2011“ teil. Er verbringt den Abend bei der Gastfamilie in Kaiserslautern. In Englisch und Französisch erzählt er von seiner Schule, die von 751 Schülerinnen und Schülern besucht wird, und die alle im Internat untergebracht sind. Er freut sich riesig über das Päckchen, das Anna Busch ihm aus Paderborn geschickt hat. Es enthält Paramente. Anna Busch war bereits zwei Mal in Janja und unterstützt über die Kolpingfamilie die Arbeit des Schulleiters.

Sonntag, 11. September: Von St. Theresia zum Speyerer Dom

Abbé Alphonse Twizerimana zelebriert mit Pfarrer Friedrich Schmit den Sonntagsgottesdienst in der Pfarrkirche St. Theresia. Am Nachmittag ist er eingeladen, die Vorderpfalz kennenzulernen. Er besucht den Dom in Speyer, erhält Informationen über Land und Leute und probiert den ersten neuen Wein.
In der Gastfamilie gibt es am Abend eine Überraschung. Ein ihm bekanntes Ehepaar aus Modena / Italien ist in der Frühe in Frankfurt gelandet und hat sich im Hotel Saks einquartiert. Das Anliegen der Italiener: Alphonse wiederzusehen und mit ihm zwei Interviews aufzunehmen, um italienischen Schülern Neues über die Partnerschule in Janja berichten zu können.  Die Begegnung in der Gastfamilie ist für alle Beteiligte ein einmalig schönes Erlebnis. Gesprochen wird Englisch, Französisch und Italienisch. Hintergrund: Alphonse lernte die Italienerin bei einem pastoralen Praktikum in Modena kennen.

Montag, 12. September: Partnerschule und Partnerschaften

Abbé Alphonse Twizerimana lernt erstmals seine Partnerschule kennen. Er besucht Klassen der Berufsfachschulen, der Berufsschule und des beruflichen Gymnasiums. Das Eis zwischen Schülern und dem afrikanischen Gast bricht schnell. Alphonse erhält Einblicke in den Unterricht und muss von sich und dem Schulalltag in Janja erzählen. Ein erstes Gespräch  mit Heinz Werner Seyler, dem ständigen Vertreter es Schulleiters der BBS II, verläuft in freundschaftlicher Atmosphäre.
Am Nachmittag wechselt Alphonse zu den Italienern, die ihm Fragen stellen und das Interview filmen.  Vom Hotel Saks geht es am frühen Abend mit den italienischen Freunden nach St. Martin. Dort erwarten Pfarrer Andreas Keller und Dorothea Fuchs, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins der Pfarrei St. Martin, den Gast aus Afrika. Keller gibt einen Abriss über die über 700-jährige Geschichte der Martinskirche. Fuchs informiert über die Partnerschaft zwischen St. Martin und der Gemeinde Shangi in Ruanda. Beeindruckt zeigt sich Alphonse vor der Partnerschaftswand von den Aktivitäten der Pfarrei  St. Martin, Weltkirche lebendig werden zu lassen.
Einen warmen und herzlichen Empfang bereiten ihm im Anschluss an den Besuch in St. Martin der Ruandakreis und die Kolpingfamilie Erfenbach. Viele Kolpingmitglieder haben sich im Pfarrzentrum eingefunden. Barbara und Huppert Schneider stellen Alphonse die seit 2004 laufende Partnerschaft zwischen Erfenbach und Nkanka, einer Gemeinde im Süden Ruandas, vor. Die von Huppert Schneider eigens für den Abend zusammengestellte Bilderpräsentation vermittelt einen aufschlussreichen Einblick in die Partnerschaftsarbeit. Alphonse zeigt sich über die Vielfalt der Partnerschaftskontakte zwischen Kaiserslautern und Ruanda beeindruckt. „Ich fühle mich in Kaiserslautern wie in Ruanda“, hebt er an diesem Abend hervor. Mit der von Thomas Lang eingefädelten Begegnung in Erfenbach geht für Alphonse ein weiterer langer Tag in Kaiserslautern zu Ende.

Dienstag, 13. September:  Erinnerungen an Partnerschaftsbesuch und Heimspiel an der Technischen Universität

Nach Unterrichtsbesuchen steht am Vormittag ein Empfang bei Bürgermeisterin Susanne Wimmer-Leonhardt auf dem Programm. Im Beisein von Peter Krietemeyer, dem Leiter des Referats Schulen, interessiert sich die Bürgermeisterin in ihrem Amtszimmer für das Schulleben in Ruanda. Alphonse gibt sich auskunftsfreudig und bleibt keine Antwort schuldig. Ein Blick von der Dachterrasse des 21-stöckigen Rathauses ermöglicht einen guten Rundblick über die Stadt. Leider schränkt Nebel die Sicht ein. Ein Souvenir hält Julia Bickmann, die Chefin der Tourist-Information, für Alphonse bereit.
Am Nachmittag findet auf dem Bremerhof eine Begegnung zwischen Werner Weisenstein, dem Initiator der Schulpartnerschaft, und Alphonse statt. Bei Kaffee, Kuchen und einem Glas Wein, bei alten Fotos und Presseberichten lebt die Partnerschaft zwischen den beiden Schulen auf. Weisenstein berichtet von seinem Aufenthalt in Ruanda und dem Besuch der Partnerschule in Janja 1988. Es wird erzählt und gelacht, gescherzt und in die Zukunft geschaut. 2012 feiert die Schulpartnerschaft ihren 30. Geburtstag. Ulrike Seeling wird nicht müde,  die Gespräche zu dolmetschen.
Ein Heimspiel hat Alphonse am frühen Abend an der Technischen Universität Kaiserslautern. Dort trifft er im International Club mit Dr. Hans-Jochen Foth vom Fachbereich Physik und 20 Studierenden aus Ruanda zusammen. Foth, TU- Partnerschaftsbeauftragter für Ruanda, informiert über die Bedingungen, als Student aus Ruanda an der TU zu studieren. Es folgt ein zweistündiges angeregtes Gespräch zwischen Alphonse und seinen Landsleuten. Reformen in Ruanda werden hinterfragt, Berufsmöglichkeiten in Ruanda erörtert, das Leben der Ruandesen in Kaiserslautern skizziert. Die Begegnung endet mit einem Danklied in der Muttersprache, einem Gebet und dem Segen des Priesters.

Mittwoch, 14. September:  Zum Abschied noch einmal Rumpsteak

Unterrichtsbesuche an der BBS II. Schüler einer Klasse der höheren Berufsfachschule interviewen Alphonse für ein Schulprojekt zum Thema „Trialog der Kulturen“. Gespräch mit Schulleiter Fritz Pfaff. Als Gastgeschenk von der Schulleitung nimmt Alphonse eine Kamera, von der Abteilung III die Tasche für ein Notebook entgegen. Das Notebook wird er in Ruanda erhalten. Herzlich ist die Verabschiedung im Lehrerzimmer der Abteilung III. Alphonse bedankt sich für den Aufenthalt und das Entgegenkommen, das er von Lehrern und Schüler erfahren hat. Der Besuch in Kaiserslautern und die erlebte Gastfreundschaft lassen ihn hoffnungsvoll in die Zukunft der Schulpartnerschaft blicken. Ein Abschiedsessen im Spinnrädl, wo Alphonse noch einmal sein geliebtes Rumpsteak bestellt, und eine Portion Eis vom  Eiscafé Dolomiten runden den Aufenthalt am frühen Nachmittag in Kaiserslautern ab.
Zurück geht’s nach Mainz, ins Gästehaus der Landesregierung. Am Abend treffen sich die regionalen Schulpartner in der „Alten Patrone“ zum gemeinsamen Abendessen und zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch.
Auf der Heimfahrt von Mainz nach Kaiserslautern bestimmt der Besuch von Abbé Alphonse Twizerimana das Gespräch. Thomas Lang, Günter Frey und Joachim Schwitalla haben einen neuen Freund gewonnen. 
„Wo ist Alphonse?“ so Günter Frey, als er am nächsten Tag das Lehrerzimmer betritt. Alphonse hat an seiner Partnerschule Spuren hinterlassen. Ruanda ist Schülern und Lehrern ein Stück näher gerückt.

Joachim Schwitalla
20. September 2011